Klarna, der schwedische Zahlungsdienstleister, ist aus dem Online-Shopping nicht mehr wegzudenken. "Kaufe jetzt, zahle später" - dieser Slogan lockt viele Kunden an. Doch was passiert eigentlich im Hintergrund, bevor Klarna entscheidet, ob du diese Option nutzen darfst? Und welche Rolle spielt dabei die Schufa, die wohl bekannteste Auskunftei Deutschlands? Kurz gesagt: Klarna führt eine Bonitäts- und Identitätsprüfung durch, um das Risiko von Zahlungsausfällen zu minimieren. Die Schufa ist dabei oft, aber nicht immer, ein wichtiger Baustein.
Klarna und ich: Warum muss ich mich überhaupt prüfen lassen?
Bevor wir uns in die Details stürzen, ist es wichtig zu verstehen, warum Klarna überhaupt deine Bonität und Identität prüfen muss. Stell dir vor, du leihst jemandem Geld. Würdest du das blind tun, ohne zu wissen, ob die Person zuverlässig ist und das Geld zurückzahlen kann? Wahrscheinlich nicht. Genauso verhält es sich mit Klarna.
Klarna streckt dir im Prinzip Geld vor, wenn du "auf Rechnung" oder in Raten bezahlst. Um sicherzustellen, dass das Geld auch wieder zurückkommt, muss Klarna das Risiko eines Zahlungsausfalls bewerten. Diese Bewertung basiert auf verschiedenen Faktoren, und die Bonitätsprüfung ist einer der wichtigsten.
Kurz gesagt: Klarna will sicherstellen, dass du zahlungsfähig bist, bevor sie dir einen Kredit gewähren.
Identitätsprüfung: Wer bist du wirklich?
Bevor es überhaupt um deine Bonität geht, muss Klarna sicherstellen, dass du auch wirklich die Person bist, die du vorgibst zu sein. Das ist die Identitätsprüfung. Sie dient dazu, Betrug zu verhindern und sicherzustellen, dass niemand unter falschem Namen einkauft.
Die Identitätsprüfung bei Klarna kann auf verschiedene Arten erfolgen:
- Eingabe persönlicher Daten: Name, Adresse, Geburtsdatum - die üblichen Verdächtigen.
- Verifizierung per SMS-Code: Ein Code wird an deine Handynummer geschickt, um sicherzustellen, dass du Zugriff auf die angegebene Nummer hast.
- Identifizierung per Bankkonto: Klarna kann eine Transaktion auf dein Bankkonto durchführen (oft ein Cent-Betrag) und dich bitten, den Verwendungszweck zu bestätigen.
- Video-Identifizierung: In manchen Fällen, insbesondere bei höheren Beträgen oder risikoreicheren Transaktionen, kann eine Video-Identifizierung erforderlich sein. Dabei führst du ein kurzes Gespräch mit einem Mitarbeiter von Klarna, der deine Identität anhand deines Ausweises überprüft.
Wichtig: Die Identitätsprüfung ist der erste Schritt und muss erfolgreich abgeschlossen sein, bevor Klarna deine Bonität prüft.
Bonitätsprüfung: Wie kreditwürdig bist du?
Nachdem deine Identität bestätigt wurde, kommt die Bonitätsprüfung ins Spiel. Hier geht es darum, deine Zahlungsfähigkeit einzuschätzen. Klarna greift dabei auf verschiedene Datenquellen zurück, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten.
Die Schufa ist dabei eine wichtige, aber nicht die einzige Quelle.
Was genau wird bei der Bonitätsprüfung berücksichtigt?
- Schufa-Score: Der Schufa-Score ist eine Zahl, die deine Kreditwürdigkeit widerspiegelt. Je höher der Score, desto besser. Er basiert auf deinen bisherigen Zahlungsverhalten, Krediten, Verträgen und eventuellen Zahlungsausfällen.
- Zahlungshistorie: Hat Klarna bereits Erfahrungen mit dir gemacht? Hast du in der Vergangenheit pünktlich bezahlt?
- Offene Forderungen: Hast du unbezahlte Rechnungen oder laufende Inkassoverfahren?
- Insolvenzverfahren: Läuft ein Insolvenzverfahren gegen dich?
- Wohnort: Auch dein Wohnort kann eine Rolle spielen. In bestimmten Gegenden ist das Risiko von Zahlungsausfällen höher als in anderen.
- Informationen von anderen Auskunfteien: Neben der Schufa gibt es noch andere Auskunfteien, wie Creditreform Boniversum oder infoscore Consumer Data. Klarna kann auch auf diese Daten zugreifen.
Merke: Die Bonitätsprüfung ist eine komplexe Bewertung, die auf verschiedenen Datenquellen basiert.
Die Schufa und Klarna: Eine komplizierte Beziehung
Die Schufa ist die bekannteste Auskunftei in Deutschland und speichert Daten über das Zahlungsverhalten von Millionen von Menschen. Klarna nutzt die Schufa, um Informationen über deine Kreditwürdigkeit einzuholen. Aber:
- Klarna fragt nicht immer die Schufa ab: Bei kleineren Beträgen oder wenn Klarna bereits positive Erfahrungen mit dir gemacht hat, kann die Schufa-Abfrage entfallen.
- Die Schufa ist nicht der einzige Faktor: Auch wenn dein Schufa-Score nicht optimal ist, kann Klarna dir trotzdem die Zahlungsoption "auf Rechnung" gewähren, wenn andere Faktoren positiv sind.
- Du hast ein Recht auf Auskunft: Du kannst einmal jährlich kostenlos eine Auskunft bei der Schufa über die über dich gespeicherten Daten anfordern.
Wichtig: Ein negativer Schufa-Eintrag bedeutet nicht automatisch, dass du bei Klarna abgelehnt wirst. Es kommt auf die Gesamtbewertung an.
Was passiert, wenn ich abgelehnt werde?
Wenn Klarna deine Bonität als zu gering einschätzt, wirst du für bestimmte Zahlungsoptionen, wie "auf Rechnung" oder Ratenzahlung, abgelehnt. Das ist natürlich ärgerlich, aber kein Weltuntergang.
Was du tun kannst:
- Kontaktiere Klarna: Frage nach, warum du abgelehnt wurdest. Klarna ist verpflichtet, dir Auskunft über die Gründe zu geben.
- Prüfe deine Schufa-Daten: Fordere eine kostenlose Schufa-Auskunft an und überprüfe, ob die gespeicherten Daten korrekt sind. Falsche oder veraltete Einträge können deine Kreditwürdigkeit negativ beeinflussen.
- Verbessere deine Bonität: Zahle offene Rechnungen pünktlich, vermeide unnötige Kredite und achte auf eine gute Zahlungshistorie.
- Wähle eine andere Zahlungsoption: Bezahle mit Kreditkarte, Sofortüberweisung oder PayPal.
Denk daran: Eine Ablehnung bei Klarna ist nicht das Ende der Welt. Du kannst deine Bonität verbessern und es später erneut versuchen.
Datenschutz bei Klarna: Was passiert mit meinen Daten?
Datenschutz ist ein wichtiges Thema, insbesondere wenn es um sensible Daten wie deine Finanzinformationen geht. Klarna versichert, dass deine Daten sicher und gemäß den geltenden Datenschutzbestimmungen behandelt werden.
- Datenverschlüsselung: Klarna verwendet moderne Verschlüsselungstechnologien, um deine Daten vor unbefugtem Zugriff zu schützen.
- Datenminimierung: Klarna speichert nur die Daten, die für die Abwicklung deiner Zahlung und die Bonitätsprüfung erforderlich sind.
- Transparenz: Klarna informiert dich transparent darüber, welche Daten erhoben und wie sie verwendet werden.
- Recht auf Auskunft und Löschung: Du hast das Recht, Auskunft über die über dich gespeicherten Daten zu erhalten und diese gegebenenfalls löschen zu lassen.
Wichtig: Informiere dich über die Datenschutzbestimmungen von Klarna, bevor du den Dienst nutzt.
Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Klarna-Nutzung
- Pünktlich bezahlen: Das A und O für eine gute Bonität ist, Rechnungen pünktlich zu bezahlen.
- Schulden vermeiden: Vermeide unnötige Kredite und achte auf eine gute finanzielle Planung.
- Schufa-Auskunft prüfen: Fordere regelmäßig eine Schufa-Auskunft an und überprüfe, ob die gespeicherten Daten korrekt sind.
- Klarna-App nutzen: Die Klarna-App bietet eine gute Übersicht über deine Käufe und Zahlungen.
- Kundenservice kontaktieren: Bei Fragen oder Problemen steht dir der Klarna-Kundenservice zur Verfügung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum wurde meine Zahlung abgelehnt? Deine Zahlung kann aus verschiedenen Gründen abgelehnt werden, z.B. aufgrund einer negativen Bonitätsprüfung oder fehlender Identitätsverifizierung. Kontaktiere Klarna, um die genauen Gründe zu erfahren.
Hat Klarna Zugriff auf mein Bankkonto? Klarna hat keinen direkten Zugriff auf dein Bankkonto, es sei denn, du hast Klarna ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt.
Wie kann ich meine Schufa-Daten einsehen? Du kannst einmal jährlich kostenlos eine Schufa-Auskunft online oder per Post beantragen.
Was passiert, wenn ich eine Rechnung nicht bezahlen kann? Kontaktiere Klarna so schnell wie möglich, um eine Lösung zu finden. Im schlimmsten Fall drohen Mahnungen und Inkassoverfahren.
Kann ich meine Daten bei Klarna löschen lassen? Du hast das Recht, deine Daten bei Klarna löschen zu lassen, sofern keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen.
Fazit
Klarna nutzt Bonitäts- und Identitätsprüfungen, um das Risiko von Zahlungsausfällen zu minimieren, wobei die Schufa eine wichtige, aber nicht die einzige Datenquelle ist. Achte auf eine gute Zahlungshistorie und überprüfe regelmäßig deine Schufa-Daten, um deine Chancen auf eine erfolgreiche Klarna-Nutzung zu erhöhen.